Wolfgang Wortmann

Jede Woche neu zeigt das Kulturschaufenster, wie viele interessante Menschen aus der Kulturszene es in Osthessen gibt. Diese Woche: Der Eventmanager der Kreuz GmbH, Wolfgang Wortmann.
Seit über 30 Jahren ist die Kreuz GmbH für Partys, Ausgeh-Vergnügen und Konzerte zuständig. Angefangen hatte Ende der 70er Jahre alles im „Eisernen Kreuz“, einer ehemaligen Traditionsgaststätte in dem Fuldaer Stadtteil Horas. Damals gab es für Jugendliche und junge Erwachsene praktisch kein Freizeit-Angebot. Also beschlossen ein paar Studenten der Fachhochschule selbst aktiv zu werden, gründeten ein Kollektiv und betrieben fortan das „Kreuz“. Ursprünglich „nur“ eine alternative Kneipe, kam bald der Saal hinter der Kneipe dazu, in dem Disco und Konzerte veranstalteten wurden. Schnell wurde „das Kreuz“ in Fulda so zum Sinnbild für junges Freizeitvergnügen und zu den Vorreitern des bunten Kulturlebens, das die Stadt und das Fuldaer Land heute so attraktiv macht.
Dass es sich damit einerseits begeisterte Freunde machte, aber vor allem in der Frühzeit des Kreuzes auch erzkonservative Kritiker auf den Plan rief, liegt auf der Hand. Doch das Kollektiv überstand alle Anfeindungen und Schwierigkeiten und besteht bis heute fort, auch wenn einige der anfänglichen „Kreuzler“ nicht mehr dabei sind und neue Leute dazu kamen. Auch betreibt das Kollektiv, das mittlerweile in eine GmbH und einen Kulturverein umgewandelt wurde, längst nicht mehr nur das Kreuz in Horas, sondern daneben das Museumscafé, den Museumskeller und den Kulturkeller in der Altstadt. Auch das Burg Herzberg Festival wird von hier aus organisiert.
Wolfgang Wortmann gehört nicht zu den Leuten der allerersten Stunde des Kreuz Kollektivs, ist aber auch schon 30 Jahre dabei. „Am Anfang wollte man einfach nur dazu gehören, musste dafür aber alles machen,“ beschreibt er die Anforderungen der ersten Zeit. Vom Türsteher, über Thekenkraft, Einkäufer, Organisator, Künstler-Betreuer, bis zum Putzmann, alles musste gleichermaßen abgedeckt werden. Erst mit der Zeit kristallisierten sich entsprechend der Neigung, der Interessen und der Fähigkeiten feste Aufgabengebiete für die einzelnen Mitglieder heraus. Wortmann kümmert sich heute um die Organisation von Veranstaltungen und Konzerten, die von schräger Kleinkunst bis zu Comedy-Großveranstaltungen, von Rock-Konzerten bis zu Weinproben reichen.
Dazu nutzt „das Kreuz“ nicht nur die eigenen Räume. Gerade Vorstellungen in größerem Rahmen finden – vom Kreuz organisiert – z.B. im Kongresszentrum Esperanto, in der Orangerie des Maritim Hotels oder im Wartenberg Oval statt.
Dass Wolfgang Wortmann und sein Team bei der Zusammenstellung des Kreuz-Programms und des Party-Angebots immer noch am Puls der Zeit liegen, und die Kreuz-Locations trotz inzwischen nachgewachsener Konkurrenz immer noch beliebte Treffpunkte für Kulturhungrige und Partygänger aller Alterklassen sind, beweisen die Besucherzahlen.
Der Tatsache, dass sie die ersten waren, die Spielstätten außerhalb des Schlosstheaters und klassischer Konzertsäle schufen und diese Bühnen auch heimischen Talenten zur Verfügung stellten, ist es zu verdanken, dass viele regionale Künstler ein erstes Forum fanden und sich so in vielen Fällen auf ein Niveau entwickeln konnten, das mit jeder Großstadt mithalten kann.
Video-Interview:
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- Kommen Sie aus der Region oder hat es Sie ins Fuldaer Land verschlagen? Wie kam es dazu?
Wegen meinem schlechten Abitur habe ich am Losverfahren der FH Fulda teilgenommen – Die FH hat Ende der 70er Jahre jeden genommen. - Was sind Ihre nächsten Projekte?
Ein neues Konzept für den Museumskeller/ Kulturkeller und das Museumscafé, unsere anstehenden Veranstaltungen und das Herzberg Festival. - Was ist ihr Lieblings-Bühnenkünstler/ besonderes Highlight der letzten Zeit?
Da kann ich mich nicht entscheiden, finde ich auch nicht nötig. Highlights kommen jeden Tag. - Gibt es einen Künstler (egal ob Bühnenkünstler oder bildender Künstler) in der Region, den Sie gut finden/ bewundern/ ganz besonders schätzen/ verehren (Unzutreffendes bitte streichen)? Und warum?
Da ich mit vielen Künstlern der Region zusammen arbeite, will ich mich hier nicht festlegen. Sonst sind nachher alle anderen beleidigt. - Was würden Sie gern können/ noch lernen?
Klavier spielen. - Welche Eigenschaft würden Sie sich am ehesten zuordnen?
Verbindend. - Was sehen Sie am liebsten im Fernsehen?
Auf Arte: „Tracks“ und gute Krimis. - Was essen Sie ganz besonders gern? Was mögen Sie gar nicht?
Alles: was Katja kocht und gar nicht: Sauerkraut und alle gekochten Kohlsorten. - Was würden Sie mit einem Lottogewinn tun?
Wenn der Gewinn klein ist: neu spielen. Wenn er groß ist: Anderen und mir Freude machen. - Was ist die blödeste Frage, die ihnen jemals gestellt wurde?
Als DJ: „Sach ma, hast du noch ’ne andere Platte mit?“






















