Jan-Andreas Hönscher

Jede Woche neu zeigt das Kulturschaufenster, wie viele interessante Künstler es in Osthessen gibt. Diese Woche: Der Tänzer und Choreograph Jan-Andreas Hönscher.
In vielen Städten und Ländern zeigte er schon sein Können, doch stammt der studierte Tänzer und Tanzpädagoge aus Fulda. 1976 wurde er hier geboren und hier lernte er im Alter von 6 Jahren auch das Ballett kennen und lieben. So sehr hatte ihn die Begeisterung für diese Kunstform gepackt, dass nach seinem Abitur, das er am Domgymnasium ablegte, sein Berufswunsch feststand. Er ging nach Mannheim und studierte dort bei der ehemaligen Stuttgarter Ballerina Prof. Birgit Keil. Dort eignete er sich nicht nur die Techniken des klassischen Balletts an, sondern auch moderne Tanzformen und den Flamenco.
Kaum hatte er sein Diplom als Tänzer und Tanzpädagoge in der Tasche, nahm er verschiedene Engagements an und tanzte fortan auf zahlreichen Bühnen im In- und Ausland. Er arbeitete mit vielen, sehr unterschiedlichen Choreographen zusammen, mit denen er Produktionen im neoklassischen, zeitgenössischen und modernen Stil ebenso realisierte wie Flamenco-Programme. Auch klassische Haupt- und Nebenrollen in den Ballettdauerbrennern „Schwanensee“, „Dornröschen“, „Nussknacker“ unter der Leitung so bekannter Choreographen wie Petipa, Bournonville, Kylian oder Balanchine, übernahm Jan-Andreas Hönscher.
Tänzer haben angesichts der extrem hohen körperlichen Belastung eine ähnlich kurze Karriere wie Leistungssportler. Das war Jan-Andreas Hönscher bewusst. Deshalb beendete er seine aktive Tanzlaufbahn 2005 und nahm eine Gelegenheit wahr, die sich ausgerechnet in seiner Heimatstadt ergab: Seine ehemalige Ballettlehrerin, bei der alles begonnen hatte, ging in Rente und suchte jemanden, der ihre Schule übernimmt. In Jan-Andreas Hönscher fand sie einen würdigen Nachfolger. Er nannte die Schule fortan „La Danse“, zog mit den Räumlichkeiten vom Universitätsplatz in das ehemalige Gebäude der Landesbank in der Rabanusstraße, wo er die Säle über dem „Café Ideal“ umbaute und mit Gelenkschonendem Schwing-Fußboden ausstatten ließ.
Heute unterrichtet er dort und bietet kleinen und großen Menschen, Kurse sowohl in klassischem Ballett an, als auch tänzerische Früherziehung, Jazz-Dance, Latin, Flamenco und Mischformen. Ob dort die Stars der nächsten Generation heranwachsen, ist für ihn unerheblich. Es geht ihm um die Freude an der Bewegung zur Musik, und die vermittelt er mit allem, was er tut.
Am 27. Und 28. Februar 2010 zeigen die Schüler seiner Tanzschule im Stadttheater Fulda ihre über das Jahr mit Jan-Andreas Hönscher einstudierten Choreographien.
Video-Interview:
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- Kommen Sie aus der Region oder hat es Sie ins Fuldaer Land verschlagen? Wie kam es dazu?
Ich komme aus Fulda, bin hier bis zum Abitur aufgewachsen. - Was sind Ihre nächsten Projekte?
Ballettabend im Schlosstheater am 27./28. Februar 2010. - Was ist ihr Lieblings-Musik/ Welcher Tänzer hat Sie besonders beeinflusst?
Berufsbedingt klassische Musik, aber ich bin offen für alles und höre auch fast alles.
Jire Kylian als Choreograph, Vladimir Klos und Birgit Keil als meine Lehrer während dem Studium und John Neumeier (Hamburg Ballett) und Heinz Spörli (Zürcher Ballett) als herausragende Choreographen der heutigen Zeit. - Gibt es einen Künstler (egal ob Bühnenkünstler oder bildender Künstler) in der Region, den Sie gut finden/ bewundern/ ganz besonders schätzen/ verehren (Unzutreffendes bitte streichen)? Und warum?
??? In der Region gibt es leider nicht so viele Tänzer/ Choreographen. Bildende Künstler gibt es viele, aber ich will mich nicht festlegen. Ich bewundere besonders die Arbeit von John Neumeier aus Hamburg. - Was würden Sie gern können/ noch lernen?
Das, was ich schon mal gelernt habe wieder können, z.B. wieder Klavier spiele, ohne mich über die linke Hand zu ärgern, oder wieder die Zeit und Muße haben zum malen. - Welche Eigenschaft würden Sie sich am ehesten zuordnen?
Kreativ, geduldig, liebenswert. - Was sehen Sie am liebsten im Fernsehen?
Selten die öffentlich-rechtlichen Sender, aber gerne alles über Tanz auf 3Sat und Arte, ansonsten die Privaten. - Was essen Sie ganz besonders gern? Was mögen Sie gar nicht?
Süßspeisen und Naschereien jeder Art. Ich mag weder Fisch noch Meeresfrüchte. - Was würden Sie mit einem Lottogewinn tun?
Ich würde einen Großteil für Kostüme und meine Ballettschule ausgeben, denn ein professionelles Tutu kostet um die 500 Euro und es gibt so viele schöne Kostüme, die ich gern in meinem Fundus haben würde.
Ich würde eine kleine Tanzkompanie gründen, um mich choreographisch auch mit professionellen Tänzern weiterentwickeln zu können.
Einen weiteren Teil würde ich heute für die Kinder in Haiti spenden.
Eigentlich würde ich ansonsten genauso weiterarbeiten wie bisher, mir nur weniger Gedanken über so manche Kosten machen. - Was ist die blödeste Frage, die ihnen jemals gestellt wurde?
Auf blöde Fragen habe ich meist eine blöde Antwort parat. Aber am meisten kann es mich nerven, wenn ich bei Proben oder im Unterricht etwas erkläre und dann jemand nicht aufgepasst hat und genau das fragt, was ich gerade erklärt habe.






















